Das Nibelungenlied fasziniert durch die Komplexität seiner Figuren, besonders die ambivalente Kriemhild-Figur, die sich von einer adligen, jungen Dame zur rachsüchtigen Königin entwickelt. Diese Arbeit untersucht, wie die Kriemhildfigur in zwei exemplarischen Romanen des 21. Jahrhunderts – Der Ring der Nibelungen von Hohlbein und Dewi sowie Kriemhild. Königin der Nibelungen von Trooger– interpretiert und charakterisiert wird. Im Fokus stehen dabei die Darstellung von Weiblichkeit, Geschlechterkonstellationen, weibliche Gewalt, Kriemhilds (Un-)Schuld, sowie ihre Innenweltdarstellung. Methodisch wird die Kriemhild-Figur dabei unter genderanalytischen Gesichtspunkten betrachtet. Ziel der Arbeit ist es, anhand der beiden Romane Kernaspekte der jeweiligen, romaninternen Kriemhild-Figur heraus zuarbeiten und die Darstellungen miteinander abzugleichen.